Donnerstag, 26. September 2013

„Das hast du gut gemacht!“ – Leckerlis für mein Pferd

Eine kleine Belohnung hie und da kann die Beziehung zwischen Zwei- und Vierbeiner super fördern, außerdem hat sich jedes Pferd nach einem guten Training ein Leckerli verdient und stupst – je nach Gewohnheit und Temperament – schon mal in Richtung menschlicher Jackentasche: „Jetzt wär’s angebracht und an der Zeit, gib schon her, schnaub!“

Aber das gute alte Stück Würfelzucker ist out*, womit mache ich meinem Pferd im 21. Jahrhundert Freude? Karotten (Möhren) sind natürlich eine sehr gesunde Belohnung. Detto Zuckerrüben, Äpfel oder – staunen Sie, falls Sie’s noch nicht ausprobiert haben – Bananen (ohne Schale)! Und dann gibt es da noch ganz spezielle Chips, Stangerl, Würfel, Ringe, Flakes und Kringel, mit denen man sein Tier nach allen Regeln der Pferdekulinarik verwöhnen kann… Nur bitte: Achtung auf die Gesamtnährstoffzufuhr. Obwohl: In Maßen haben Leckerlis noch keinem Pferd geschadet!

Ganz toll, weil einfach einzustecken, gesund und bei Pferden sehr beliebt, sind Mühldorfer Maiskringel, Karotten Leckerli oder Bananen Leckerli. Letztere funktionieren besser als frische Früchte, weil sie auch nach einem Zwei-Stunden-Ausritt nicht matschig werden und beim Abhalftern auf der Weide oder vor dem Stall schnell und trocken zur Hand sind. Manche Pferde stehen dabei auch auf Himbeer-Leckerlis, Rote-Beete-Chips, Apfel-Leckerli oder Snacks mit Apfel-Zimt- oder Erdbeergeschmack… Der Fantasie und dem Angebot sind dabei (fast) keine Grenzen gesetzt, es macht auch Spaß, hin und wieder einmal etwas Neues mitzubringen. Manch ein herbei eilendes Pferd, das mit seinem Reiter befreundet ist, spielt dabei gerne mit und zeigt sich schon bei der Begrüßung mit spielenden Ohren sowie hin und her wippendem Schwanz neugierig: „Hallo, was hast du denn heute für mich dabei?“

Man muss allerdings immer individuell ausprobieren, was dem Pferderschleckermaul am besten schmeckt. Die Tiere signalisieren ohnehin recht deutlich, ob sie von einer Belohnung begeistert sind – kauen sie lustlos vor sich hin und verlangen NICHT nach mehr (spucken es eventuell sogar aus), hat der Mensch wohl nicht den richtigen Geschmack getroffen.

Apropos Mensch: Es gibt sogar Leckerlis am Markt, die Pferd UND Reiter gemeinsam knabbern können und die beiden munden – Bananen-Honig-Chips zum Beispiel.

* Warum gibt man Pferden heutzutage eher keinen Würfelzucker mehr, obwohl Karies kaum eine Rolle spielt (Pferdezähne wachsen schließlich nach)? – Aber der süße Speichel vom Naschen tropft auf Krippe und Zäune. Viele Pferde lecken dann diese Flächen ab und gewöhnen sich so leicht Untugenden wie Holzknabbern und Koppen an. Außerdem ist Zahnstein bei Pferden ein Thema – und das Entfernen total unangenehm für das Tier. Gegen ein Stückchen Zucker hie und da spricht aber auch heute natürlich nichts.