Montag, 23. Mai 2011

Blutsaugende Insekten - Schutz gegen Fliegen, Mücken, Zecken und Bremsen

Sobald die warme Jahreszeit beginnt schwirrt und summt es überall. Die Pferde werden von blutsaugenden Insekten und anderen Parasiten verfolgt. Besonders Weidetiere leiden unter diesen Attacken, denn wasser- und waldnahe Weiden sind Tummelplätze für unangenehme Blutsaugern.

Im Fachhandel werden eine Vielzahl von Insektenabwehrmittel angeboten. Die Palette reicht von Insektiziden, die das Insekt töten, bis hin zu Duftmischungen auf Basis von ätherischen Ölen, die den Eigengeruch des Pferdes überdecken und das Pferd für die Insekten uninteressant machen soll. Dabei muss man jedoch auf die Hautverträglichkeit achten. Komplett unbedenklich ist eine Waschung mit Essigwasser. Einerseits werden dabei vorbeugend die natürlichen Abwehrkräfte gestärkt, andererseits wirkt es auch lindernd bei bereits vorhandenen Stichen. Sehr gut verträglich und risikolos sind chemische und pflanzliche Produkte, die im Fachhandel angeboten werden.

Um zusätzliche vorbeugende Maßnahmen zu treffen, sollte man die Gewohnheiten und Lebensräume der Insekten kennen.

Stechmücken sind die gefährlichsten Blutsauger, da sie in riesigen Schwärmen über Weidetiere herfallen. Sie leben an fließenden Gewässern im Schutz von Bäumen, mögen jedoch keinen Wind. Sie stechen die Pferde an weniger behaarten Stellen wie den Ohren, Euter, Hodensack und der Bauchnaht. Die Folgen von Stichen können allergische Reaktionen, Pusteln, Blutergüsse, Hautirritationen, Sommerekzeme und Koliken sein. Auch Herz-Kreislauf-Versagen mit Todesfolgen können aufgrund eines toxischen Schocks vorkommen.

Gnitzen sind besonders in der Morgen- und Abenddämmerung und in Wassernähe vertreten. Sie treten ebenfalls in Massen auf. Die Folgen sind ein lästiges Stechen mit Juckreiz, und sie sind Auslöser von Sommerekzemen bei Pferden.

Gelsen fliegen bei warmen, windstillen Wetter bis zu 100 Meter hoch, bei Regen und Wind nahe am Boden. Man findet sie auch in den Ställen, und sie stechen hauptsächlich in der Nacht. Die Folgen sind Juckreiz, allergische Reaktionen und bei starkem Befall ist auch ein Herz-Kreislauf-Versagen möglich. Außerdem sind sie Überträger von Viren.

Bremsen mögen Wärme und Feuchtigkeit und treten nur im Freien an sonnigen beziehungsweise halbschattigen und windgeschützten Stellen auf. Bei schwül-warmen Wetter sind sie besonders aggressiv. Stiche verursachen Schwellungen und Juckreiz. Bremsen sind aber auch Überträger von Krankheiten wie Milzbrand, Borreliose oder infektiöser Anemie.

Dasselfliegen stechen nicht, aber sie legen ihre gelblich-weißen, ovalen Eier im Fell der Pferde ab. Aufgrund des entstehenden Juckreiz, suchen die Pferde mit den Zähnen die Stelle, das Ei löst sich durch den Speichel, die Larve schlüpft und dringt in die Mundhöhle und von dort in den Magen und Darm ein. Im Frühsommer des nächsten Jahres sind die Larven verpuppungsreif und gehen mit dem Kot ab und verpuppen sich im Boden.

Zecken verbreiten sich aufgrund des milden Klimas immer mehr in Österreich ung Deutschland. Diese Tiere können auch bei Pferden die relativ unerforschte Krankheit Borreliose übertragen. Nach einem Zeckenbiss (beim Menschen und beim Pferd) sollte man auf gesundheitliche Veränderungen achten. Lustlosigkeit und Steifheit, eine überraschende Erkältung oder plötzlich auftretende Lahmheiten können Anzeichen einer Infektion sein. Nicht jede Zecke trägt die Infektion. Diese Erreger können jedoch das gesamte Nervensystem des Pferdes angreifen und Schäden verursachen, die sich nicht mehr heilen lassen. Bei einer infizierten Zecke wird der Erreger erst nach 24 bis 38 Stunden ins Blut des Pferdes freigesetzt. Deshalb je früher die Zecke entfernt wird, desto geringer das Infektionsrisiko.

Neben Insektenabwehrmitteln aus dem Fachhandel kann man nach den Lebensgewohnheiten der Insekten noch weitere Maßnahmen treffen:

  • Da die Eier der kleinen Tiere gerne in Mist und organischen Substanzen abgelegt werden, ist es wichtig den Stall möglichst sauber zu halten. Für die Stallhygiene kann EQUUS CLEAN verwendet werden. Es reduziert durch verschiedene Öle, Pflanzen- und Kräuterextrakte die Schadkeime im Stall und verbessert die Luft.
  • Vor dem Stallfenster und den Türen sollte ein Fliegenschutzgitter angebracht werden.
  • Weiden sollten wenn möglich nicht in der Nähe von Wäldern, Teichen, Bächen, Morast oder stehenden Gewässern liegen.
  • Am besten eignet sich eine Wiese wo ein ständiges Lüftchen weht.
  • Der Lebensraum von Spinnen, Schwalben und Fledermäusen soll gefördert werden, da diese natürliche Insektenvernichter sind.
  • Zu guter Letzt eignet sich Ergänzungsfutter mit Knoblauch und Schwarzkümmel zur Insektenabwehr.