Montag, 19. Januar 2015

Pferde lieben den Winter, wenn sie richtig versorgt sind

Pferde mögen den Winter und seine tiefen Temperaturen gern: Zwischen minus und plus zehn Grad Celsius fühlen sie sich pferdewohl. Vorausgesetzt, ihr Fell wurde nicht geschoren und sie konnten sich auf der Weide nach Lust und Laune in der weißen Pracht austoben. Damit haben sie sich auch ganz spielerisch an die Bewegung auf Eis und Schnee gewöhnt. In der Box eingesperrte Tiere dagegen entwickeln einen großen Bewegungsdrang, der – wenn sie ihm einmal freien Lauf lassen – durch Rutschen und Fallen zu Verletzungen führen kann.

Gegen das Rutschen helfen kleine, vom Hufschmied an den Eisen befestigte Stollen. Und Snowgrips stellen sicher, dass der Schnee in den Hufeisen nicht klumpt. Barhuf-Pferde kommen im Schnee auch ohne Hilfsmittel meist gut zurecht. Aber egal, wie verlockend Pferd und Reiter ein zügiger Galopp erscheinen mag – er ist auch mit nicht beschlagenen Pferden keine gute Idee: Das Pferd richtig rennen zu lassen, ist im Schnee viel zu gefährlich – man weiß nie genau, wie der Boden darunter tatsächlich aussieht. So schön ein Ritt durch die Winterlandschaft auch sein kann – im Zweifelsfall geht man besser einfach nur spazieren.

Oder man lässt die Pferde auf der Koppel austoben und freut sich an ihrer Begeisterung: Sie buckeln, toben, rennen herum – denn Pferde brauchen IMMER viel frische Luft, Licht und Abwechslung. Zuviel überschüssige Energie führt zu unausgeglichenen, unzufriedenen und gelangweilten Tieren.
Die tiefen Temperaturen dabei sind, wie gesagt, kein Hindernis dafür. Ganz im Gegenteil., Pferde haben einen perfekten Temperaturhaushalt. Haut und Unterhautfettgewebe der Tiere wirken isolierend und werden durch die Atmungsaktivität des Felles zusätzlich geschützt. Hitze setzt ihnen wesentlich mehr zu als Kälte. Das gilt natürlich nur, wenn der Vierbeiner gesund und nicht zu alt oder zu jung ist!

Nicht zu vernachlässigen ist aber der höhere Bedarf an Kohlenhydraten, der durch die erhöhte Wärmeproduktion des Tieres gegeben ist. Vor allem, wenn es nicht nur kalt, sondern auch windig und nass ist. Weidegras allein reicht da keinesfalls aus. Selbst mit Heu und Kraftfutter bekommt man sie dann oft kaum satt. Da hilft Pflanzenöl wie Leinöl, das Kalorien und gesunde Zusatzstoffe ins Futter bringt. Auch kalorienreiche Leckerlis sind jetzt angesagt.
Und – egal, wie dick das Tier aussieht – ob es unter dem dichten Winterfell mager ist oder nicht, merkt man nur durch Abtasten an Hals, Kuppe und Rippen. Und noch was: Egal, wie kalt es ist, Pferde brauchen auch im Winter Flüssigkeit. Die allerdings sollte nicht allzu kalt oder gar gefroren sein!