Mittwoch, 27. Juli 2011

Gesunde Ponyfütterung – Weniger ist mehr

Unter den Begriff „Pony“ werden die unterschiedlichsten Rassen zusammengefasst. Dazu wird das Shetland-Pony genauso wie der Haflinger, Isländer und Fjord aber auch die mit vollblütigen Linien veredelten Ponyrassen gezählt. Sie sind zwar im Temperament oft unterschiedlich, bei der Fütterung und Haltung haben sie jedoch ähnliche Bedürfnisse. Sie gelten im Allgemeinen als robust und leichtfuttrig – also futterdankbar.

Robust bedeutet jedoch nicht, dass sie auf satte Wiesen ohne Arbeit gestellt werden können. Denn ohne Bewegung kommt es zur Verfettung und zur Entwicklung verschiedener Krankheiten wie zum Beispiel dem Equinen Metabolischen Syndroms. Robust bedeutet, dass sie ein dichtes Fell und eine gut isolierte Haut mit einer gewissen Unterhautfettschicht besitzen, die das Pony vor kalten und stürmischen Wetter schützt. Außerdem kommen sie mit mageren Weiden aus und können große Arbeitsleistung vollbringen.

Ponys kommen also, bezogen auf den Energiebedarf, mit sehr wenig Futter aus, was jedoch nicht heißt, dass sie einen niedrigen Bedarf an Mineralien und Spurenelementen haben. Sie müssen also nicht energieliefernde, aber vitalstofflieferende Nährstoffe gefüttert bekommen. Und hier liegt die Herausforderung für eine gesunde Fütterung von Ponys.

Denn bei Mängeln in der Ernährung können Probleme in folgenden Bereichen auftreten:

  • reduzierte Leistungsfähigkeit
  • Störungen des Bewegungsapparats
  • Probleme im psychischer Bereich
  • Neigung zu Allergien und Ekzemen
  • Schwächung des Immunsystems

Ponys dürfen auf keinen Fall wie kleine Großpferde gefüttert werden. Der Energieerhaltungsbedarf muss an Gewicht und Größe angepasst werden und dann aufgrund der besonderen Stoffwechsellage nochmals um ungefähr 10 - 20 Prozent reduziert werden.

Heu und Stroh ist der wichtigste Rohfaserlieferant. Rohfasern fördern die Motorik des Darms, sorgen für ein ausgewogenes Säure-Basen-Verhältnis und tragen zum Sättigungsgefühl bei. Außerdem besitzt Heu ein optimales Calcium-Phosphor-Verhältnis von 1,5-2 : 1 – solange es sich um eine einwandfreie Qualität und optimale Lagerung beim Heu handelt. Man muss dabei bedenken, dass bei zunehmender Lagerung die Nährstoffe des Raufutters abnehmen.

Aus diesem Grund ist es sinnvoll natürliche Kräutermischungen zuzufüttern. Diese enthalten wichtige Vitamine und Mineralstoffe, Spurenelemente und Bioflavone. Eine zusätzliche Ölfütterung dient dem Ausgleich von einem zu hohen Eiweißgehalt in der Gesamtration. Es genügen jedoch 50 ml Leinöl pro Tag um die Stoffwechselaktivitäten zu unterstützen und die Bildung von Prostaglandinen zur Bekämpfung von Entzündungen zu fördern. Mehr Sinn als das Öl machen jedoch Leinsamen, Schwarzkümmel oder Sonnenblumenkerne als ganze Frucht, weil so auch die pflanzeneigenen Begleitstoffe und Mineralien aufgenommen werden.

Bei leichtfuttrigen Rassen ist häufig ein Mangel an den wichtigen Spurenelementen Zink, Selen, Kupfer und Mangan zu bemerken. Bei einer Mineralisierung soll jedoch eine Calciumzufuhr vermieden werden. Das Spurenelement Bor kann über Trauben- und Traubenkernprodukte zugefüttert werden und Chrom über Hefe.

Aber auch bei der Ponyfütterung gibt es Ausnahmen. Sportponys, die reiterlich stark beansprucht werden, Ponys im Seniorenalter oder mit schweren chronischen Krankheiten, die mit Abmagerung verbunden sind, können zusätzliches Kraftfutter oder andere Futtermittel erforderlich machen.

*Dieser Artikel basiert auf dem Text Nichts einfacher als das? von Dr. Susanne Weyrauch.