Donnerstag, 30. September 2010

Schwarzkümmel – Mehr als ein Gewürz

In Ägypten hat die Anwendung von Schwarzkümmel in der Tierpflege schon lange Tradition. Auch in Europa wird die positive Wirkung des Schwarzkümmels in den letzten Jahren immer bekannter und beliebter und bei vielen Tierleiden eingesetzt.

Der Echte Schwarzkümmel heißt botanisch Nigella sativa. Er gehört zu der Familie der Hahnenfußgewächse und ist nicht mit dem in der Küche verwendeten Kümmel oder Kreuzkümmel zu verwechseln. Echter Schwarzkümmel ist ein einjähriges Kraut, das leicht behaart ist. Es ist eine bläulich blühende, zierliche Pflanze, die 30 – 80 Zentimeter hoch wird. Der Echte Schwarzkümmel blüht im Sommer, zwischen Juni und August.

Kultiviert wird die Pflanze hauptsächlich in Südeuropa, Westasien, Indien und Nordafrika. Die begehrten schwarzen, dreieckigen Samenkörner bilden sich in einer mohnähnlichen Kapsel. Die Körner haben einen schwach bitteren, gleichzeitig scharfen, leicht pfeffrigen Geschmack, der sich auf den Gehalt von 0,5 bis 1 Prozent ätherischer Öle sowie den Bitterstoff Nigellin zurückführen lässt.

Reines Schwarzkümmelöl ist besonders gut bekömmlich und von hoher ernährungsphysiologischer Bedeutung. Mit über 100 hochwirksamen und gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen ist es unentbehrlich für das Immunsystem. Hauptbestandteile des schwarzen Samens sind 21 Prozent hochwertiges Eiweiß und 35 Prozent fettes, gelbliches, stark aromatisches Öl. Dieses enthält zirka 85 Prozent gesundheitsfördernde ungesättigte Fettsäuren. Davon sind 25 Prozent einfach ungesättigte Ölsäuren und zirka 60 Prozent zweifach ungesättigte Linolsäure (Omega-6-Fettsäure).

Ölsäure wirkt sich günstig auf das Herz-Kreislauf-System aus und senkt zusätzlich den Cholesterinspiegel. Die mehrfach ungesättigte Linolsäure ist lebensnotwendig und muss mit der Nahrung zugeführt werden. Sie steuern wichtige Stoffwechselfunktionen im Organismus, dienen als Bausteine zur Synthese körpereigener Hormone und wirken sich regulierend auf das Immunsystem aus. Außerdem hemmen sie allergische und entzündliche Prozesse. Das Echte Schwarzkümmelöl zeichnet sich vor allem durch das ätherische Öl Nigelon Semohiprepinon aus, das sehr schnell bei Atemwegserkrankungen hilft.

Schwarzkümmel kann in Form von Schwarzkümmelöl oder Schwarzkümmelpellets verabreicht werden. Es ist eine innerliche oder äußerliche Anwendung in folgenden Bereichen sinnvoll:

Mischt man Schwarzkümmelöl oder Schwarzkümmelpellets unter das Futter wird das Pilz- und Bakterienwachstum im Futter verhindert.

Bei Pferden mit geschwächten Immunsystem, Atemwegserkrankungen wie Asthma, Husten oder allergischen Reaktionen aber auch Ekzemen können Schwarzkümmelöl bzw. –pellets entgegenwirken.

In der Fellpflege spielt die äußerliche Anwendung mit Schwarzkümmelöl eine große Rolle. Gibt man in eine Sprühflasche mit Wasser ein paar Tropfen Schwarzkümmelöl und besprüht das Pferd damit vor dem Bürsten, so wird das Fell anschließend seidig glänzend und voll wirken.

Bei wunden Stellen, Satteldruck, Hufentzündungen und Geschwülsten kann Schwarzkümmelöl Linderung verschaffen. Dazu massiert man ein paar Tropfen reines Schwarzkümmelöl sanft auf der betroffenen Stelle ein.

Auch kleine Verletzungen und nicht zu tiefe Schnittwunden können durch Auftragen mit einem Wattetupfer behandelt werden.

Gegen Ausschläge unbekannter Natur kann mit Schwarzkümmel im täglichen Futter vorgebeugt werden.

Zusätzlich helfen ein paar Tropfen Öl auf den gefährdeten Stellen auch gegen lästige Pferdebremsen und Fliegen. Schwarzkümmelöl darf aber nicht in die Augen gelangen!