Montag, 30. Juni 2014

Pferde kühlen – so macht das dem Vierbeiner richtig Spaß!

Nicht nur wir Menschen, auch unsere Tiere haben im Sommer unter der Hitze zu kämpfen. Nach dem Training oder einem Ausritt kommen wir beide verschwitzt zurück in den Stall und freuen uns auf eine wohltuende Erfrischung – SO tut es dem Pferd RICHTIG gut!

Während wir Reiterinnen und Reiter zu einem kühlen Getränk greifen, uns den Schweiß von der Stirn wischen und auf die Dusche freuen, brauchen auch die Tiere einen guten Schluck Wasser, nicht zu kalt! Und falls es keine Araber sind (die schwitzen praktisch kaum) freuen sich auch die Pferde darüber, den Schweiß los zu werden.

Trocknet er an und verklebt das Fell, das verursacht Juckreiz. Außerdem kommt so weniger Luft an die Haut und die Hitze staut sich erst recht. Auch Fliegen und Bremsen werden durch den Schweißgeruch vermehrt angezogen und stressen das Pferd zusätzlich. Getrockneter Schweiß in der Sattellage kann zudem zu Druck- oder Scheuerstellen führen. Also sind Abwaschen und Abspritzen angesagt. Aber erst, wenn das Tier sich ein wenig abgekühlt hat und nach dem Ritt wieder bei Atem ist. Und keinesfalls mit eiskaltem Wasser, sonst kollabiert der Kreislauf! (Wir springen erhitzt ja auch nicht einfach so in eiskaltes Wasser hinein!)

Raus mit dem Schlauch, Aufsatz drauf, damit der Wasserstrahl schön weich ist (oder das Wasser einfach so laufen lassen) – und los geht’s! Wir beginnen hinten: Zuerst langsam an den Hufen und dann die Beine hoch. Immer schön langsam und im Gespräch mit dem Pferd: Gefällt ihm die Prozedur? Wenn ja, dann weitermachen. Zuckt es jedoch zusammen oder will es weg, hört man besser mal auf, sonst beginnt sich unser Vierbeiner noch vor dem Wasser bzw. dem Schlauch zu fürchten (und das kann mit der Zeit seltsame Blüten treiben). Es gibt aber auch Pferde, die generell kein Wasser mögen, da bleibt nur der Griff zum Schwamm.

An Rücken und Bauch, aber auch am Kopf wollen die wenigsten Pferde geduscht werden. Bei sehr empfindlichen Pferden sollte man die Nierengegend (den Bereich des Rückens hinter der Sattellage bis zum höchsten Punkt der Kruppe) überhaupt nicht nass machen.

Das nasse Pferd darf dann auf gar keinen Fall in Zugluft oder Wind stehen. Muskelverspannungen, Entzündungen oder sogar Erkältungen können sonst die Folge sein. Am besten, man zieht das Wasser mit einem Schweißmesser aus dem Fell und bewegt das Pferd noch eine Weile im Schritt, bis die größte Feuchtigkeit abgetrocknet ist.

Viele Pferde wälzen sich nach einer Dusche auch liebend gerne – auf dem sandigen Reitplatz z. B. Danach sind sie zwar wieder schmutzig, aber was soll’s: Die nächste Dusche kommt bestimmt. Und in der freien Natur würden sie das wohl auch so machen: Erst in einen Bach springen und dann wälzen. Und der Pferdeseele geht es gut!